Programm

Die ESSENER TAGUNG gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Veranstaltungen im Bereich Wasserwirtschaft in Deutschland. In etwa 70 Vorträgen in 17 Blöcken werden über neueste Forschungsergebnisse, politische und administrative Rahmenbedingungen und praktische Erfahrungen berichtet.

Hier finden Sie unser Tagungsprogramm für die 51. ESSENER TAGUNG.

Tagungsprogramm
© Ruhrverband

Exkursionen

Exkursion A: Kläranlage Duisburg-Kaßlerfeld

Die Kläranlage Duisburg-Kaßlerfeld liegt an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Mit einer Ausbaugröße von 450.000 EW reinigt sie seit 1992 das Abwasser der Stadt Mülheim sowie von Teilgebieten der Städte Oberhausen, Duisburg und Essen. Erhöhte Ausfallrisiken und abnehmende Sicherheit bei der Ersatzteilversorgung der teilweise 25 Jahre alten Aggregate erforderten Ersatzinvestitionen, die zu verfahrenstechnischen Optimierungen und einer deutlichen Verbesserung der Energieeffizienz genutzt wurden.

Ein Schwerpunkt in den Jahren 2016/2017 war die Errichtung einer Anlage zur biologischen Teilstrombehandlung des bei der Entwässerung des Klärschlamms anfallenden Schlammwassers nach dem Verfahren der Deammonifikation. Für die aus zwei Aufstaureaktoren bestehende Anlage konnten vorhandene Bauwerke genutzt werden. Nach kurzer Einfahrphase erreichte die neue Deammonifikationsanlage – sicherlich eine der größten in Deutschland – hervorragende und stabile Abbauleistungen. Die separate Schlammwasserbehandlung erhöht damit die Prozessstabilität und die Reinigungsleistung der Kläranlage und trägt zur Energieeinsparung bei. Zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Anlagenbetriebs wurde zudem die Schlammentwässerung von Kammerfilterpressen auf Zentrifugen umgebaut.

Nach 25 Jahren Betrieb wurden die Rechen, die Rechengutpressen und die nachgeschaltete Fördertechnik erneuert. An Stelle der bisherigen vier Grob- und vier Feinrechen arbeiten jetzt nur noch drei Feinrechen. Zwei alte Überschusszentrifugen wurden durch eine neue ersetzt. Weiterhin wurden die störanfälligen Kettenantriebe der Räumerbrücken auf Schienen-Zahnstangen-Systeme umgerüstet.

Aktuell werden Planungen zur Optimierung der Nachklärung und der biologischen Verfahrensstufe durchgeführt.

© Emschergenossenschaft

Exkursionen

Exkursion B: Abwasserkanal Emscher – Pumpwerk Gelsenkirchen

Der Umbau der Emscher nähert sich seinem Abschluss. Die unterirdischen Vortriebsarbeiten für den 51 km langen Abwasserkanal Emscher (AKE) in bis zu 40 m Tiefe sind mittlerweile abgeschlossen. Insgesamt werden drei neue große Pumpwerke in Bottrop, Gelsenkirchen und Oberhausen zukünftig die Abwassermengen aus dem AKE heben und die Kläranlagen der Emschergenossenschaft speisen.

Das Pumpwerk Gelsenkirchen ist im Verlauf des AKE in Fließrichtung das erste Pumpwerk. Das Abwasser kommt dort in rund 35 m Tiefe an und wird mit 11 trocken aufgestellten Pumpen mit einer Gesamtfördermenge von 14,2 m³/s hochgefördert. Das Pumpwerk ist eine Weiche für das ankommende Abwasser. Ein Teil wird zukünftig in den heute bereits vorhandenen und betriebenen Abwasserkanal Bottrop und weiter zum Klärwerk Emschermündung geleitet. Der andere Teil fließt über den neuen Abwasserkanal Emscher weiter in Richtung des zweiten Pumpwerkes Bottrop und wird in der dortigen Kläranlage Bottrop gereinigt.

Für den Standort Gelsenkirchen hat die Emschergenossenschaft aufgrund der exponierten Lage auf der sogenannten Emscherinsel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal eine besondere architektonische Gestaltung für das Pumpenhaus gewählt. Zudem wird das Gelände für die Öffentlichkeit nach Inbetriebnahme frei zugänglich sein. Zukünftig reiht sich dieses Pumpwerk damit in die Architekturgeschichte des Wassers ein, die sich in den Pumpenhäusern der Emschergenossenschaft widerspiegelt.

Die Inbetriebnahme des Pumpwerkes Gelsenkirchen wird im Herbst 2018 erfolgen.

Die Besichtigung der Baustelle ist nur für trittsichere und baustellenerfahrene Personen geeignet.